Donnerstag, 15. Februar 2007

Vom Singen, Springen und Umherziehen

Nachdem ich gleich zwei Stöckchen zugeworfen bekommen hab (jetzt ist’s wohl soweit, dass ich nicht mehr nur halbheimlich mitlesen kann), sitz ich nun da und zerbreche mir den Kopf, was es wohl Kurioses in meinem Leben geben könnte, das ich auch noch mit mir mehr oder weniger bekannten Menschen teilen möchte…
Meine Ungeduld? Ne, die ist eher wohl unheimlich als kurios. Mein mit dem Kopf durch die Wand rennen müssen? Nö, auch hinderlich. Meine Kaffeetrinkgewohnheiten? Na ja, nicht jeder mag den Kaffee so, wie ich ihn mag (3/4 Milch, ¼ Kaffee, 1 Löffel Honig) – aber das ist Geschmackssache und alles andere als kurios.


Stilles oder viel mehr lautes Häuschen
Kurze Erklärung vorweg: bei mir zuhause wurde die WC-Türe nie abgesperrt. Da gab’s ganz einfache Verhaltensregeln: durchs Schlüsselloch gückseln und erahnen, ob das Licht an ist oder nicht. Wenn nicht, hatte das Klo frei zu sein. Das ging auch meistens gut.
Es führte aber schlussendlich vermutlich dazu, dass ich mich als kleines Mädchen nicht traute, irgendwo – egal wo (!) – die Klotüre abzuschließen. Stattdessen saß ich auf dem Klo und trällerte ein Liedchen vor mich hin. Damit ja alles wußten, dass das Klo besetzt war. Zum Glück hab ich diese Angst irgendwann überwunden und suche nicht mehr nach Fluchtwegen, falls sich die Türe eventuell nicht mehr aufschließen lassen sollte.
Das wahrscheinlich auch zur Erleichterung meiner Freunde. Denn singen hört man mich selten in der Öffentlichkeit. Höchstens ganz „intim“ bei ner Autofahrt, wenn das Radio ganz laut aufgedreht ist und ich das Gefühl habe, dass man meine Stimme eh nicht raushört. Denn das muss nicht sein. Echt nicht.

Knochen brechen. Aber Gips? Nein, danke!
Vielleicht schon eher eine Kuriosität, sich viermal nen Knochen zu brechen, aber noch nie einen Gips getragen zu haben. Drei Gegebenheiten lassen sich noch leicht erklären, denn da war einfach jedes mal der kleine Zeh gebrochen (drei mal der gleich, ja!). Und wie blöd auch noch – beim ersten Mal habe ich mein kleines Kaninchen verfolgt, das vom Balkon (seinem großen Reich) in die Wohnung rannte. Na ja, ich war zu schnell dran und hab die Tür etwas verfehlt. Beim zweiten Mal habe ich gegen den Kleiderständer getreten, und das dritte mal ist gar nicht so lange her, Silvester 2005. Sieben Uhr morgens, grad heimgekommen, wollt ich das Fenster öffnen, und bin voll ins Bett gerannt. Massivholz oder so was. Jedenfalls um einiges härter als mein Zeh. Dachziegelverband aus Tape. Das hab ich drauf. Falls sich mal jemand den kleinen Zehen brechen sollte: ich hab die besten Tapes ever drauf.
Der vierte war eigentlich der erste Knochenbruch in meinem Leben. Mit fünf Jahren. Im Sommer. Dem verdanke ich auch zwei Löcher im Knie. Beim Fangen-Spielen mit dem Rad hingefallen, Oberschenkelknochen durch. Sieben Wochen Krankenhaus, Streckverband, Nagel durchs Knie, Gewichte dran. Unlustig.
Wär’ ich älter gewesen, hätte man operiert. Aber mit fünf wachsen die Knochen noch viel zu schnell. Da geht nix. Danach ging auch nix mehr, mit laufen.

No fear of falling
Früher war ich begeisterter Fan des Europaparks in Rust. Ich konnte nicht genug bekommen von Eurosat und später Euromir. Eine Runde nach der anderen. Immer wieder nach oben, um rasend schnell nach unten zu fahren. Schreien. Ohne Hemmungen. Ohne Angst.
Später hab ich von meinem damaligen Freund zum zweijährigen Jubiläum einen Bungy-Sprung geschenkt bekommen. Angst? No way. Er hatte mehr Angst als ich. Vor allem weil ich zuerst gesprungen bin. Da gab es für ihn kein zurück mehr. Mir hat’s unglaublich Spaß gemacht, am liebsten hätte ich mich sofort danach immer wieder und wieder in die Tiefe gestürzt. Von der 106 m hohen Brücke in Lingenau.
Heute bekomme ich Schweißausbrüche, wenn ich nur daran denke. Ich kann auch nur mit allergrößter Überwindung Achterbahn fahren. Bungy? Gar nicht daran zu denken.

Fünf oder sechs?
Sommersprossen. Märzenschiss. Hab ich zur Genüge. Im Sommer mehr, im Winter weniger. Zumindest im Gesicht. Meinen Arm ziert ein besonders tolles Arrangement. Da gibt es eine Stelle, an der fünf Sommersprossen genau so angeordnet sind, wie auf einem Würfel. Himmel, war ich früher stolz auf das. Damals habe ich meinen Arm jedem unter die Augen gehalten. „Schau mal, was ich da hab. Cool, oder?“ Anscheinend vermehren sich Sommersprossen im Alter. Dachte ich immer. Komischerweise verblassen sie bei mir. Zumindest manche. Der Fünfer existiert nicht mehr. Egal, ich würde meinen Arm auch nicht mehr als vermeintliche Kuriosität herzeigen.
Vielleicht brauche ich auch einfach nur Sonne…

Move your ass
Langweilig ist mir in den letzten Jahren nicht geworden, bei den ständig wechselnden Wohnorten, Wohnungen und Mitbewohnern. Ich kenne niemanden, der in so kurzer Zeit so oft umgezogen ist (die Details bleiben geheim bzw. dem/der LeserIn erspart). Manche Freunde sagen, sie hätten gerne so ein aufregendes Leben wie ich (ich finde es ehrlich gesagt alles andere als aufregend). Ich bin nur froh, endlich ein zuhause gefunden zu haben. Für länger als ein halbes oder auch ein ganzes Jahr. Ich muss zur Ruhe kommen, und das passiert schon in diesem Moment. Ich werde ruhiger, obwohl gerade jetzt so viel passiert. Kurios genug?

Streifenhörnchen oder doch Schieri?
Lange ist’s her, wir waren ca. 15, und wir trugen eine Schiedsrichterjacke. Schwarz-weiß gestreift. Genau. Die, die normalerweise Männer auf Schlittschuhen mit dicken Helmen tragen. Dämmert’s? Wir vier Mädels haben sie abseits der Eisfläche getragen. Getragen haben wir noch was anderes. Bier, Glühwein, Süßigkeiten, Brezel – und das alles in einer unförmigen Holzbox (Bauchladen für Insider). Stammkunden gab’s haufenweise. Männliche. Nicht gerade der Job, auf den man stolz sein muss. Aber das Geld war gut. Und der Spaß war groß. Bis auf die derben Anmachsprüche oder Streitigkeiten auf der Stiege: „Jetzt geh mal endlich aus dem Weg, du Streifenhörnchen!“ Na ja, lieber Streifenhörnchen als Schiedsrichter, die sich ganz andere Sprechgesänge anhören mussten… you know what I’m talking about?

Je länger ich über kuriose Geschichten oder Charakterzüge nachdenke, umso mehr füllt sich mein Gehirn mit Bildern. Wachsmalereien, die sich tief in meine Gehirnwindungen eingebrannt haben. Doch genug für heute, vielleicht werde ich sie in Zukunft bei der einen oder anderen Gelegenheit Preis geben, Happen für Happen, wohl portioniert. Gut bekomms!

1 Kommentar:

samoafex hat gesagt…

Aha! Hier steckst du also! Dann muss ich dich dann noch verlinken, wenn ich das überhaupt darf ...?